Das Fledermaus-Tunnel Projekt

Was soll das denn sein?

Diese Frage ist ja ganz berechtigt!

Dass Fledermäuse stark bedroht sind, hat sich schon allgemein herumgesprochen. Mehrere Gründe gibt es dafür: zum einen ist durch den neuzeitlichen Bauboom respektive dem Abdichten der Bauten gegen den thermischen Verlust wesentlicher Wohnraum verlorengegangen; zum Anderen ist das Nahrungsangebot durch Monokulturen und Plantagenobstbau inklusive der permanenten Giftspritzerei (20- 25-maliges Einbringen stärkster Gifte heute üblich) stark reduziert. Dann ist da zudem der Umstand, dass diese Geschöpfe drei verschiedene Wohnstätten benötigen: ein Sommerquartier, die sogenannte Wochenstube für die Aufzucht der Jungen und ein Winterquartier mit hoher Luftfeuchtigkeit und einer engen Duldungstemperatur zwischen plus 2 und 8 Grad Celsius. Wer solche Ansprüche an sein bißchen Leben stellt, hat heutzutage kaum Überlebenschancen!   Dabei hat die Fledermaus einen großen Nutzen: frisst sie doch vor allem Schadinsekten, die nachts unterwegs sind und die fruchtbildenden Bäume schädigen.

So haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, neben Sommerunterschlüpfen auch ein Winterquartier zu schaffen. Dazu wurde bereits ein 10 m langer und 2 m breiter Graben mit einem Meter Tiefe ausgehoben, der an einer hohen Hecke entlang in Süd-Nord -Richtung verläuft. Der nächste Schritt wäre nun die Ringmauer zu erstellen, um einen inneren Hohlraum von 1,80 m  X 2m X 8 m herzustellen. Während nun das Geld für die Mauersteine schon da ist, fehlt das für die Deckenelemente noch vollständig. Da wir sehr sparsam wirtschaften müssen und auch immer bemüht sind dadurch Anschubfinanzierungen beisteuern zu können, um gerade  solche Projekte finanzieren zu können, bitten wir Sie auch zu diesem Abenteuer etwas beizutragen. Sie können sicher sein, dass alle von Ihnen erhaltenen Spenden diesem Zwecke zukommen werden. Dafür verbürge ich mich und werde vom Fortgang der Arbeiten wiederum Rechenschaft ablegen in Wort und Bild, wie ich es schon beim Wildbienenprojekt getan habe. Eine Besichtigung der Baustelle ist jederzeit nach vorheriger Anmeldung möglich. Ich will zu vorläufigen Schluss meiner Bitte noch Christian Morgenstern zu Wort kommen lassen:

„Ganze Weltalter voller Liebe wird es bedürfen, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns Menschen zu vergelten!“

Unser Konto lautet: Heilpädagogik und Landbau in Elmatried e.V.   

Sparkasse Allgäu BLZ.: 73350000; Kto.: 514485069 

HUMMELHOF: FLedermaus – Spende.

IBAN: DE 06 73350000 0514485069

BIC: BYLADEM1ALG

Vielen Dank allen, die sich an dieser Maßnahme beteiligen!

Ihr Bernhard Hummel mit Team

 14.August 2015 

Der Tunnel entsteht!

Die Grundlage für den Tunnel wurde heute in die Baugrube eingebracht. Endlich,denn es wurde höchste Zeit,da unsere jungen Obstbäume schon die ersten Äpfel und Birnen hervorbringen. 134 Betonsteine werden nun mit Beton ausgefüllt. Der obere Meter wird dann mit Ziegelsteinen fertiggestellt, um eine für diese Tiere günstige Klimatisierung zu erreichen. Probleme gibt es dann nur noch bei der Abdeckung, obwohl praktikable Lösungen sich zeigen. Schließlich soll der Tunnel viele Jahrzehnte halten Hier einige Fotos vom derzeitigen Stand der Arbeiten:

Es fehlen jetzt noch die Tonmauerziegel, die auf den jetzigen Bestand aufgemauert werden, nachdem die Hohlsteine mit Beton verfüllt worden sind. Es ist dem hohen Wasserstand geschuldet, dass wir hier auf Beton zurückgegriffen haben. Zwar sollen ja die Temperaturen im Tunnel nicht unter 2° plus fallen, aber ob wir das von vorne bis hinten schaffen ist mir noch fraglich. Schließlich ist das unser erster aber vielleicht nicht letzter Fledermaustunnel. Die Abdeckung ist dann der nächste Brocken. Er wird mit Stürzen hergestellt,auf die nun die Hohlkammertonsteine gestellt werden, die zuvor noch bearbeitet werden müssen. Z.B.:müssen die Öffnungen glattgeraspelt werden, damit die Tierlein nicht ihre zarten Flügelhäute verletzen und es müssen aus jedem Stein ein paar Stege entfernt werden, damit für alle einzugswillige Arten die richtige Einschlupfgröße entsteht. Also noch viel schöne Arbeit steht uns da ins Haus, bei der wir für Mithelfer durchaus dankbar sind.Es wäre z.B.:für Schulklassen sicher eine schöne Aufgabe.

Der Permakultur-Kurs von Jochen Koller mit dem Obstbau-Fachmann Hans Schöll aus Wiggensbach

Da die Obstbäume aus den Streuobstanlagen die Futtergrundlage von Fledermäusen sind (s.o.) traf es sich gut, dass Hans Schöll, ein langjähriger Freund und Veredelungs-Fachmann aus seinem reichen Arbeitsleben den jungen Studenten etwas zeigen konnte. Zum Schluss veredelte er noch eine Gewürzluike,der es auf dieser Höhenlage nicht recht gefiel.

 Endlich ist es so weit.

Wer hätte das gedacht. Die Gelder sind jetzt für den Weiterbau zusammengekommen! Damit ist die Öffentlichkeit an diesem Projekt maßgeblich beteiligt.Ein Dank geht an die großzügigen Spender.Was noch zu erwähnen wäre ist, dass Herr Hinrich Jakobi,der in der Naturschutzbehörde in Lüneburg als Spezialist für solche Quartiere dort beratend tätig ist, uns regelmäßig mit den neuesten Erkenntnissen versorgt.Auch ihm gilt unser ausdrücklicher Dank.

Über die Kosten wollen wir später noch berichten. Zunächst mussten erst einmal Steine gekauft werden.Da haben wir bei der BAG-Raiffeisen in Wiggensbach einen verlässlichen Partner gefunden,der uns in jeder Hinsicht gut beraten und auch die günstigsten Angebote gemacht hat.Ein Freund, der mit seinem Sohn uns beim Mauern geholfen hat war in fünf Stunden mit der Arbeit fertig. Den Mörtel bekam er von Lorenz, unserem fleißigen Sohn mit dem Frontlader geliefert. Er wurde von mir im Hofbereich hergestellt.Das Mischungsverhältnis war 3:1 Sand zu Zement.Darauf legten wir dann die Eisenstufen aus dem Bühnenabbau der ehemaligen Spielstätte unserer Freien Schule Albris.

Zur Stabilisierung wurden noch Fensterstürze aufgelegt.Damit erreichten wir nochmals große Hohlräume für die Flattertiere.Weitere Hohlräume mußten erst noch in die Steine geschlagen werden. Pro Stein entstanden sechs bis sieben Höhlen.Das erledigte der Permakultur-Kurs von Jochen Koller, der uns einen Tag besucht hat, um praktisch an solchen Projekten Erfahrungen zu sammeln. Das war eine hoch willkommene Hilfe! Es entstanden an die 1200 Einzelhöhlen, die ja auch noch mit Raspeln geglättet werden mussten, damit sich die empfindlichen Säuger nicht ihre dünnen Flughäute beim Einfliegen aufreissen.

 Die bearbeiteten Steine werden aufgelegt

 Der fertige Tunnel

 Was jetzt noch fehlt:

Nach dem Auflegen der abdichtenden Porotonsteine haben wir noch ein stabiles Kompostflies aufgebracht. Es fehlt nun noch eine Sandschicht, die vorsichtig, also von Hand, hochgeschaufelt werden muss.Danach erst wird mit dem Tunnelaushub abgeschlossen. Welche Einflug-Variante ich wähle ist noch offen. Das immerwieder aufsteigende Grundwasser bringt mich auch noch auf Ideen. Doch davon erst später..

Eintrag am 9.4.2018

Wie Sie im Bild oben rechts erkennen können, steht in der Vertiefung Wasser. Dieses Wasser stand nun den gesamten Winter da. Es war natürlich gefroren bis auf zwei Meter in den Tunnel hinein. Das heißt aber auch, dass es im Tunnel selbst keinen Frost gab. Und das ist wichtig, denn die ruhenden Fledermäuse sollten nicht unter 2°C in ihren Schlafplätzen bekommen.Im Tunnel gibt es noch erhöhte Plätze, damit fallende Tiere nicht versaufen, sondern reelle Chancen haben aus der Höhle herauszukommen. In der Regel reicht ihnen eine Fallhöhe von 50 – 60 cm, um ihre Flügel ausbreiten zu können. Jedenfalls ist die Erdschicht schon im Sommer aufgetragen worden und war mit Waldstaudenroggen und Phacelia eingesät. Sowohl die Bienen als auch wir hatten eine gute Ernte. Leider haben wir versäumt davon schöne Fotos zu machen. Die sollen jedoch demnächst folgen. Das eingeschwemmte Wasser verleitet uns dazu an einen Teich zu denken, der weiter unten als Sammler dienen könnte. Der soll mit Hilfe von Tongranulat entstehen, was sehr teuer ist und nochmal eine eigene Anschubfinanzierung benötigen wird.Wir müssen schon mit ungefähr 10 000 € rechnen. Doch vielleicht gibt es auch noch eine weitere günstigere Gelegenheit dazu. Sie werden demnächst davon Interessantes an dieser Stelle lesen können.

 

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